Ego Shooter ‚1378km‘ im Todesstreifen der Mauer (update)

Der Medienkunststudent Jens M. Stober, Student an der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Karlsruhe hat eine Erweiterung, ein so genanntes Mod, zu dem populären Ego Shooter Half-Life 2 erstellt, welche an dem „antifaschistischen Schutzwall“ – der Mauer – spielt.

Bis zu 16 Spieler können gleichzeitig in dem Spiel „1378 km“ gegeneinander antreten und entweder als Republikflüchtling versuchen aus der DDR in den Westen zu gelangen oder als Grenzer die Flucht zu verhindern.

Als Grenzsoldat kann ein Spieler versuchen den „Flüchtling“ festzunehmen oder zu erschiessen. Alternativ kann er die flüchtenden Spieler unterstützen bzw. selbst die Flucht in den Westen antreten.

Sollte der Grenzsoldat einen Flüchtling erschiessen wird ihm zwar ein Orden verliehen, darauf findet er sich allerdings im Jahr 2000 vor Gericht wieder – als Beschuldigter in einem Mauerschützenprozess.

In dem Spiel informieren Kurztexte über die damalige politische und gesellschaftliche Lage.

Das seine Arbeit nicht nur gelobt werden würde, wird Jens M. Stober sicher erwartet haben: Gabriele Hiller, medienpolitische Sprecherin der Linken, bezeichnet das Spiel als zynisch und perfide. Der selben Meinung ist auch Michael Braun, Sprecher der CDU.

Während die Opferverbände protestieren und die Politiker über „1378 km“ schimpfen, sehen das die Dozenten von Jens M. Stober an der Karlsruher Universität für Gestaltung anders.

Das Spiel wurde von diesem als Diplomarbeit eingereicht und bereits bewertet: Note 1

1378 km wird am 3. Oktober veröffentlicht und kann kostenlos von der offiziellen Projektseite http://1378km.de/ geladen werden.

1378(km) – Teaser von Jens M. Stober auf Vimeo.

Update:

Golem.de berichtet: Weitere Politiker äussern sich zum überwiegenden Teil negativ über „1378 km“, Hubertus Knabe, Leiter der Stasi-Gedenkstätte in Hohenschönhausen, hat Anzeige bei der Berliner Staatsanwaltschaft erstattet. Der Vorwurf lautet auf Gewaltverherrlichung.

Update 2:

Wie heise und golem berichten, wurde nach dem Druck aus der Politik und von Opferverbänden die Präsentation und Veröffentlichung des Spiels abgesagt. Diese soll später erfolgen.

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